Das Gebet in Gruppen ist eine Herausforderung. Jede Gruppe ist anders. Jeder Teilnehmer hat seine Geschichte mit dem Thema Gebet. Der eine ist der „Vielbeter“, der andere der „Leisebeter“, der dritte will möglichst still für sich beten, der andere findet gar kein Ende. Die Leitung einer Gebetsgruppe verlangt also Sensibilität.

Hier findest Du verschiedene Gestaltungsvorschläge, die auf die verschiedenen Gebetstypen abgestimmt sind. Sie dienen allerdings nur als Anregung.

 

United Prayer

Geleitetes Gebet in der Gruppe

Dieser Vorschlag für Gebetstreffen ist dem Heft „Praying for Rain! – A Mini-Handbook for United Prayer“ in der deutschen Ausgabe der Österreichischen Union der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten entnommen. Autorin: Melody Mason, ARME Prayer Ministries,and Janet Page, Associate Ministerial Secretary for Prayer and Pastoral Families, General Conference of Seventh-day Adventists.  Zur Website „Praying For Rain“ mit dem Heft in verschiedenen Sprachen hier.
Das Heft enthält noch weitere Gebetsanregungen (z.B. das Gebet nach dem „Heiligtums-Modell“) und sonstige Hinweise auf seinen über 50 Seiten.

ZITAT aus der deutschen Ausgabe der Österreichischen Union, S. 8-13:

Was ist gemeinsames Gebet?

Wenn es dein Wunsch ist, das gemeinsame Gebet in dein Familienleben, deinen Freundeskreis und deine Gemeinde einzubauen, du dir aber nicht sicher bist, wie das konkret funktioniert, dann macht dir dieses Handbuch einige hilfreiche Vorschläge, wie und womit du beginnen kannst. Das Modell, das wir empfehlen, funk- tioniert sowohl bei kleinen Gruppen mit zwei bis drei Teilnehmern als auch bei großen Gruppen mit hundert Personen, und es kann in fast jeder Umgebung durch- geführt werden. Es kann während eines wöchentlichen Gebetstreffens, bei einer Evangelisation, als Teil des Gottesdienstes, in Ganztagsgebetsräumen oder zu Hause im Familienkreis stattfinden.

Der Heilige Geist ist letztendlich derjenige, der den Gebetsfluss leitet. Da Gott ein Gott der Ordnung ist, sollten wir auch unserer gemeinsamen Gebetszeit eine ge- wisse Struktur und Ordnung verleihen. Nach einigen einleitenden Worten und grundlegenden Anweisungen beginnt der Gebetsleiter damit, die Gruppe durch vier verschiedene Gebetsabschnitte (1. Anbetung/Lobpreis, 2. Sündenbekenntnis, 3. Bitten/Fürbitte und 4. Dank) zu leiten. Für eine einstündige Gebetszeit empfehlen wir folgende Zeiteinteilung:

  • Begrüßung/Einleitung: 5 Minuten
  • Anbetung/Lobpreis: 10 Minuten
  • Sündenbekenntnis: 5 – 10 Minuten
  • Bitten/Fürbitte: 20 Minuten
  • Danksagung: 5 – 10 Minuten

Die Aufgabe des Gebetsleiters ist es, einen reibungslosen Übergang zwischen den verschiedenen Abschnitten zu ermöglichen, ohne dabei selbst die Gebetszeit zu dominieren. Das Ziel des gemeinsamen Gebets ist es, alle Teilnehmer in das Gebet miteinzubeziehen. Dem- nach verläuft es wie ein Dialog, in welchem es jedem erlaubt ist, seine vom Heiligen Geist geführten Beiträge einzubringen. Diese sollten möglichst kurz und klar for- muliert werden, damit auch wirklich alle die Möglich- keit haben, zu Wort zu kommen. Der Heilige Geist selbst wird diesen „Dialog“ führen.

Wie man ein gemeinsames Gebet beginnt

Bevor eine Stunde oder irgendein Zeitabschnitt des gemeinsamen Gebets beginnt, erklärt der Leiter kurz den Ablauf, sodass die Teilnehmer verstehen, wie die Gebetseinheit ablaufen wird. Je mehr Erfahrung du in der Leitung von Gebetskreisen sammelst, umso besser wirst du das Konzept auf deine eigene Art und Weise erklären können.

1. Die Gebetszeit ist in vier biblisch begründete Abschnitte gegliedert

Anbetung und Lobpreis: Gott sagt, dass wir in sei- ne Vorhöfe mit Loben eintreten sollen (Psalm 100,4). Deswegen soll das Hauptaugenmerk des ersten Gebetsabschnitts auf Lobpreis und Anbetung gelegt werden. Anstatt direkt zu unseren Bitten zu eilen, möchten wir uns bewusst Zeit nehmen, Gott anzubeten und über die Schönheit seines Charakters nachzudenken, so wie er in seinem Wort dargestellt wird. Das inspirierte Wort sagt uns, dass, wenn wir lernen, Gott mehr zu preisen, uns auch mehr Segnungen gegeben werden, für die wir ihm danken können.
Bekenntnis: Das Sündenbekenntnis ist ein sehr wichtiger Teil eines wirkungsvollen Gebetslebens. Es hilft uns, die Verbindung zwischen uns und Gott auf- rechtzuerhalten (Jesaja 59,1.2; 1. Johannes 1,9). Natürlich gibt es viele Sünden, die privater Natur sind und im Stillen zwischen dir und Gott bekannt werden sollten. (Für eine Zeit des stillen Bekennens sollte Raum geschaffen werden.) Denk daran, dass wir bei den Sünden, die öffentlich bekannt werden (Jakobus 5,16), nichts bekennen sollen, was andere zur Sünde verleiten könnte. (Zum Beispiel spezielle lustvolle Handlungen oder sexuelle Gedanken!) In Daniel 9,4-16 sehen wir Daniels Beispiel von einem Sündenbekenntnis für Gottes Volk. Das ist genau die Art von Bekenntnis, auf die wir uns während dieses Abschnitts konzentrieren wollen. Das Wichtigste jedoch ist, dass jeder die Sünden bekennt, deren er vom Heiligen Geist überführt worden ist, egal, ob dies im Stillen oder im öffentlichen Rahmen stattfindet. | …
Bitten: Jetzt nehmen wir Gott bei seinem Wort und übergeben ihm unsere Anliegen, sowohl physische als auch geistliche. Er sagt uns, dass wir bitten, suchen und anklopfen sollen (Matthäus 7,7), und es steht geschrieben, dass wir nicht haben, weil wir nicht bitten (Jakobus 4,2). Also nehmen wir ihn beim Wort und bitten! Wir sollen auch nicht nur für uns selber bitten. Wir sollen bitten, damit wir anderen ein Segen sein können. Gott sagt uns, dass wir für große Dinge beten sollen! Unser größtes Bedürfnis ist jenes nach dem Heiligen Geist, also lasst dies das Hauptanliegen des Bittens sein.
Es ist zu empfehlen, die Gebetsanliegen nicht vor dem Gebet zu sammeln und zu besprechen, da dadurch wertvolle Gebetszeit verloren geht. Jeder sollte seine Anliegen unmittelbar vor Gott bringen. So erfahren auch die anderen davon und können diese Anliegen im eigenen Gebet unterstützen.
Danksagung: Wir enden damit, Gott zu danken, ihn für das zu preisen, was er getan hat, und im Glauben das zu sehen, was er tun wird. Wir danken „dem aber, der weit über die Maßen zu tun vermag, als wir bitten oder verstehen, gemäß der Kraft, die in uns wirkt.“ | Epheser 3,20

2. Folge dem Gebetsgruppenleiter. Der Leiter wird mit dem Gebet anfangen, die Übergänge zwischen den einzelnen thematischen Abschnitten durchführen und es auch beenden.

3. Du kannst mehrmals beten, aber jedes Gebet sollte kurz gehalten werden (max. 1–3 Sätze) und sich um ein bestimmtes Thema drehen (z. B. Lobpreis, Bitten).

4. Wir beten im Gespräch. Erhebe deine Stimme, wenn der Heilige Geist dich dazu anhält, aber wenn du zuerst zuhören möchtest, ist das auch in Ordnung

5. Sprich laut und deutlich, wenn du betest, damit die Gruppe dich hören und deinem Gebet zustimmen kann.

6. Zitiere einen Bibelvers oder stimme ein Lied während des Gebets an. Fühl dich frei zu singen, wenn Gott dich an ein Lied erinnert. Die anderen werden mit einstimmen. „Singen ist genauso eine Handlung der Anbetung wie das | Child Guidance, S. 523. Nichts ist so schön wie eine Gebetszeit, die in gemeinsamen Gesang und Gebet ausbricht!

7. Bitte Gott, deine Gebete zu leiten. „Wir müssen nicht nur im Namen Jesu beten, sondern durch die Eingebung des Heiligen Geistes.“ | Christi Gleichnisse, S. 145

8. Wenn wir anfangen, lasst uns einen engen Kreis bilden. So ist es für uns einfacher, einander zu verstehen. Außerdem fördert es den Geist der Einheit. Und genau das wollen wir erreichen. Wenn wir eines Tages eine Familie im Himmel sein wollen, sollten wir anfangen, uns auch hier schon wie eine Familie zu verhalten.

Hinweis für Gruppenleiter:

Während des Gebets willst du vielleicht einen passenden Vers einbringen oder ein Lied anstimmen, in das andere mit einstimmen können. Die Gruppe durch ein Lied zu vereinen, wenn man von einem Thema zum anderen gelangt, ist eine besondere Methode, um die Gruppe gemeinsam zu An- betung und Lobpreis zu führen.
Wenn du über die Liedauswahl nachdenkst, empfehlen wir dir, einfache und bekannte Lieder zu wählen, die die meisten Teilnehmer kennen. Dadurch braucht man keine Liederbücher, und das Risiko, die Atmosphäre der Ehrfurcht zu verlieren, weil Menschen hastig durch Seiten blättern, wird ausgeschlossen.

Kontemplative Gebetsgruppe

Ohne viele Worte …

Im kontemplativen Gebet geht es um eine Grundhaltung des „Betrachtens“ und des „Empfangens“. Diese Form ist besonders für Beter geeignet, die nicht gerne viele Wort machen, sondern Stille und Nachsinnen bevorzugen.

Fürbitte in Beziehungskreisen

Schwerpunkt Fürbitte

In der Fürbitte kann sich die Gruppe an „konzentrischen Kreisen“ orientieren. Wir gehen von unserem engsten Beziehungskreis immer weiter nach außen bis z.B. unserer politischen Obrigkeit.

Sind die Beter geübt und lieben es intensiv zu beten, dann braucht es nicht viel Struktur und Führung. Der Stil der Gebete wird eher in Form des „Popcorn-Gebets“ sein, d.h. einer fängt an, dann „ploppt“ eine zweites kurzes Gebet auf, ein drittes, hin und her. Oft nur ein Satz. Irgendwann ist wieder Zeit der Stille, Zeit des Hörens – bis ein neuer Impuls kommt und die Gebete wieder „losploppen“.

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